Ein paar Gedanken...

Direkt nach der Schnuppitour letztes Jahr war ich geflasht. So viele Erfahrungen, dicht gepackt in 10 Tage. Ja, viel viel Regen. Der ist netterweise in der "nostalgischen Verklärung" schon fast aus meiner Erinnerung verschwunden 😄, stimmt nicht ganz, aber ein bißchen. 

Was aber richtig nachhaltig Eindruck hinterlassen hat, war das Gefühl in den Niederlanden Rad zu fahren. Sich sicher zu fühlen. Teilweise auf separaten Wegen unterwegs zu sein und wenn im Autoverkehr, dann eben doch geschützt durch eindeutig farblich markierte Wege, separate Ampelschaltungen und durchdachte Verkehrsführung.

Der Radweg neben einem Autobahnzubringer.... einfach so!

Hier im letzten Absatz hatte ich das schon geschrieben.

was bleibt ? ....

Nicht zuletzt die Erfahrung einer unglaublich tollen Fahrradinfrastruktur in den Niederlanden, das macht Mut sich weiterhin für eine Verbesserung dieser in Deutschland zu engagieren! 

Aber wie ?  

In den vergangenen Monaten kam es mir eher so vor, als wäre dieses Vorhaben wie ein Kampf gegen Windmühlen. 

Die Geschichte mit dem Fuß-Radentscheid hat mich so unendlich wütend gemacht. Wenn denn 24 000 Einwohner einer Stadt unterschrieben haben, dann kann ich doch nicht sagen: Ellabätsch, da gibt es Formfehler, die Sache ist völlig wertlos. Das ist doch eine Aussage, wenn sich 24 000 Menschen an die Verantwortlichen der Stadt wenden. Während ich darüber schreibe, steigt mein Blutdruck in ungeahnte Höhen. 

Im Herbst wollte ich einen Autofahrer anzeigen, der mich auf der Moltkestrasse aufs übelste geschnitten hatte, so dass ich ins Taumeln kam und nur knapp einen Sturz vermeiden konnte. 

Es funktioniert nicht. Die Polizei sagt: Gibt es Zeugen, wie sah der Autofahrer aus? Nein, wenn ich gerade von einem Auto überholt werde, weiß ich leider nicht, wie der Fahrer aussieht, das ist doch völlig klar. Da hilft auch kein fotografiertes Nummernschild. 

Es ist nicht das erste Mal, dass ich da so abgewiesen wurde. Zwei mal konnte ich mich auf meinem Arbeitsweg nach Langensteinbach nur durch einen "Sprung" ins Feld vor dem Touchieren durch einen VW Bus retten. Beide male der gleiche Fahrer, dessen Namen und Adresse ich kenne, der auch in Durlach grundsätzlich nach belieben sein Auto irgendwo abstellt. Keine Chance, die Polizei nimmt die Anzeige nicht auf. 

Am 30.01. starb Andreas Mandalka... Auf einer bekannten Strecke. Die Verwaltungen weigerten sich, eine Lösung für den Radverkehr hier zu finden. Natenom weigerte sich, den schlechten Radweg zu nutzen. Und wurde totgefahren. 

Auf der Gedenkfahrt im Februar erzählte einem jeder, mit dem man ins Gespräch kam, von den gleichen Erfahrungen, deckungsgleich mit denen von Natenom. "eine abstrakte Gefahr" seien zu knapp überholende Autos, "tragen sie doch einen Helm!", "sicher waren Sie in die verkehrte Richtung unterwegs"....

Bei den Behörden als Radfahrer Gehör zu finden, ist fast unmöglich. Das frustriert. Die Gedenkfahrt bot ein wenig Trost, umso schlimmer war dann die Nachricht am nächsten Tag, dass die Gedenkstätte verwüstet wurde. Im Netz waren Hasskommentare noch und nöcher. Warum ? Was veranlasst einen Menschen dazu, so viel Hass auf einen Radfahrer zu projizieren. Ich habe viel gelesen, auch über Erfahrungen anderer Länder zu diesem Thema, habe viel diskutiert. Es ist viel Unwissenheit, die Annahme, die KFZ Steuer finanziere teure Fahrradinfrastruktur. Angst, es könne zu einem Verteilungskampf kommen. Angst, die Butter vom Brot genommen zu bekommen. Alles Dinge, die man aufklären könnte und damit eine ganze Menge Brisanz aus dem Konflikt nehmen.







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