Grenzerfahrung












Wenn man morgens aufwacht und es ist ein Tag, an dem Frau am liebsten mit Wärmflasche im Bett bliebe… aber stattdessen steht die Überquerung des Gotthard an. Dann kämpfen in einem das Gefühl für den Körper, der ja nicht ohne Grund nach einem Tag im Bett mit Wärmflasche schreit, und die Reiseplanung und der Wille, das jetzt durchzuziehen. 

Ich hatte arg Antriebsschwierigkeiten. Frühstück klappte nicht, der Magen rebellierte… Aber die Sonne war da und die Hoffnung, die Höhenmeter mögen vielleicht nicht ganz so anstrengend sein, liegen sie ja gleich am Anfang der Tour. 

Puh, womöglich war dieser Aufstieg das anstrengendste, was ich sportlich je getan habe. Denn: niemand ist so blöd und zieht seinen Hund den Gotthard hoch. Es waren einige Radler unterwegs. Rennradler. E-Biker, 2 mit ein bisschen Gepäck kamen mir entgegen. Aber vier Packtaschen, Hänger, Hund 😅

Auf den letzten 100 Höhenmetern konnte der Hund ein bisschen selber laufen. Die alte Straße war kaum befahren. Das hat es leichter gemacht. 

Oben angekommen, kein juhu, nur Erschöpfung. Ich redete kurz mit einem Rennradler, der heute auch schon den Furkapass geradelt war. 😳

Dann saß ich mit schnuppi am Straßenrand, kochte Kaffee, sagte es plötzlich: „Hallo ihr zwei“ Es war der einarmige Busfahrer aus Sisikon, der Dank spezieller Vorrichtung Motorrad fahren kann. Ein Viertelstündchen smalltalk war dann sehr schön. 

Dann dachte ich, Jo, jetzt geht’s bergab, du kannst es laufen lassen. Auf der alten Passstraße. Puh, anders anstrengend, aber irgendwie nicht weniger anstrengend. In Airolo merkte ich: rien ne va plus. Da wäre ein littriges Hotel Garni gewesen, aber erst ab 18 Uhr. also weitergefahren und die Autobahn gekreuzt. Motel an der Autobahnraststätte? Mal gefragt. Super Preis. Viel viel viel lieber würde ich auf dem Campingplatz sein. Aber die letzten 20 km hätte ich nicht mehr geschafft. 

Zu zweit hätte man sich vielleicht noch irgendwie unterstützen können, aber Alleinreisende mit Hund. Ist immer nicht so einfach. 

Und wie letztes Jahr: ich habe meine Brille verloren. Letztes Jahr war das eine dm Lesebrille, diesmal die alte mit nicht mehr ganz passendem Visusausgleich. 

Aber ich bin ziemlich verloren ohne das Ding. 

Kommentare

  1. Wirklich nicht mit einem E-bike? Das ist mehr als ambitioniert. Liebe Grüße Uwe Mähler

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  2. Die Ermüdungserscheinigungen sind normal, die Leistung exorbitant! Gute Erholung und viel Kraft für den Abschluss. P&P

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