Nach Lugano















 Die letzte Etappe begann mit einer weiteren tollen Abfahrt. Ich war ja an der Autobahnraststätte Gotthard Süd gestartet, heute früh konnte ich sehen, das war genau die richtige Entscheidung gewesen, dort zu bleiben. Zunächst ging es über Umleitungen, Feldwege etc. und ich hätte gestern Nachmittag die Krise bekommen. Und bis zum Campingplatz wäre es noch ein gutes Stück gewesen.

Ausgeschlafen ging es. 

Dann kam ein grandioser Abschnitt durch schnuckelige Tessiner Dörfchen am tosenden Ticino entlang. Mir kamen einige Radreisende entgegen. Von Süden ist das noch mal eine ganz andere Nummer. Zumindest kam es mir steiler vor. 

Ein Regenguss und die Luft wurde tropisch. Der Hund jammerte im Hänger. In Bellinzona nach 60 km und auch schon wieder 200 Höhenmetern war klar, den Monte Ceneri geb ich mir nicht mehr. 

Mit der S-Bahn ging es in 15 Minuten durch den Berg hindurch. Mit mir im Fahrradabteil ein älterer Herr mit einem Riese und Müller Rad, der von Utrecht nach Rom unterwegs ist. 

In Lugano war heftiger Autoverkehr und als ortsunkundiger ist man gezwungen auf den großen Straßen zu fahren.

So ein Idiot im Porsche Cayenne drängte mich von der Fahrbahn mit ohrenbetäubender Hupe, ich ratschte mit dem Arm an der Mauer entlang.

Da fährt man 8 Tage mit dem Rad von Karlsruhe nach Lugano und die einzige gefährliche Situation entsteht, weil so ein Ar….. meint, die Straße wäre nur für ihn gemacht. Mir hat es meine Nerven ausgeknockt und ich lief die nächsten 2 Stunden heulend durchs verregnete Lugano. 

Unter den Arkaden der Geschäfte von Vuitton, Cartier, hermes und wie sie alle heißen Schutz vor dem Regen suchend, kam ich mir so fehl am Platz vor. Mit meinem einzigen noch sauberen T Shirt, der Hose, die ich seit 8 Tagen trage, mein Reisebudget überzogen durch die 2 zusätzlichen Nächte mit Dach über dem Kopf. 

Das war kein schöner Abschluss einer Reise. Vielleicht wird morgen die Bahnfahrt versöhnlicher. 

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