Halbzeit

Jetzt bin ich 5 Tage unterwegs. 

Rheinkilometer 360 bis Rheinkilometer 795. 

5 weitere Tage folgen für den Weg zur Mündung des Rheins in die Nordsee und den Weg nach Amsterdam. 

Bis auf das Wetter läuft bisher alles gut. Der Hund kommt auf seine Kosten, ich genieße die Radelei. 

Den Weg nach Speyer kannte ich bereits, zuletzt allerdings bei winterlichen 0 Grad und einem frischen Muskelfaserriss der Hamstrings. Ich denke nicht so gerne daran, die Rückfahrt war eine Tortur. 

Zwischen Speyer und Ludwigshafen begann mein Zwist mit der Komoot-Dame. Wir werden keine Freunde mehr. Ich hab sie abgewürgt am zweiten Tag, verwende sie nur zur Planung und lasse sie Aufzeichnen. 

Nach Ludwigshafen kamen relativ unspektakuläre Rheinauen mit unendlich vielen Störchen. Noch nie zuvor hab ich so viele Störche gesehen. An die 200 mögen es gewesen sein. Rehe waren auch viele da. Immer einzeln, bis auf eine Geis mit Kitz 

In Bingen der bisher netteste Campingplatz auch wenn mir der Rotti eines Mitarbeiters dort etwas unheimlich war. 

Dann die grandiose Fahrt durch das Mittelrheintal. Absolute Empfehlung! Vielleicht sollte man es aber tatsächlich so machen wie der vom SWR, der heute dort berichtet und Mainz links liegen lassen. Generell ist die Fahrt durch die Städte immer eher schwierig und weder Ludwigshafen noch Mainz müssen sich in naher Zukunft um den Titel fahrradfreundlichste Stadt bewerben. Köln hat eine gute Fahrradinfrastruktur, Düsseldorf zwar Radwege, aber ein paar mehr Schilder wären wünschenswert. Und an Bonn fährt man ja quasi vorbei am Rhein entlang. 

Auf der Etappe Koblenz- Köln fand ich die nicht enden wollenden total krassen Anwesen am Rheinufer bemerkenswert, hier leider auch gruselige Radwege. 

Das war auf der heutigen Etappe glücklicherweise nicht mehr so. Die Fahrt auf dem Rheindamm ist mitunter sehr kontemplativ. 

Ansonsten sehe ich überall die gleichen Themen: „Nein zur Rheinbrücke“  hier und dort. Nilgänse und Kanadagänse, Halsbandsittiche als Neozooen. Aber auch viele Schwalben und in den Städten ab dem Mittelrheintal sind die Mauersegler noch da. 

Ich bin durch etliche Orte gefahren, in denen ich für kein Geld der Welt wohnen wollte, ich bin halt doch Städter, aber ich fand die Städte am Rhein ( Mainz, Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf) mit ihren Rheinpromenaden irgendwie lebendig. So ein Fluss in der Stadt fehlt Karlsruhe. 

Spannend auch die Rheinfährinfrastruktur. An den Rheinfähren fast immer ein großes Gasthaus und so wird einem die Bedeutung der Überwege über den Fluss erst so richtig bewusst. 

Ich bin gespannt auf die zweite Hälfte, die vermutlich weniger urban sein wird. 

Ich bin auch gespannt, ob mir irgendwann die Kraft ausgeht. Noch radelt es sich super. Auf meiner rechten Achillessehne kleben jetzt die 3 Tapestreifen aus meiner Reiseapotheke und leisten erstaunlich gute Dienste. Sollte ich eigentlich wissen, schließlich hab ich mich sogar schon wissenschaftlich mit dem Thema Kinesiotape auseinander gesetzt, aber im Selbstversuch ist es dann doch noch mal anders, wenn man feststellt, es wirkt. 


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