Um was geht’s?

Direkt vor unserer Haustür fließt die Pfinz, ein kleines Gewässer aus dem Nordschwarzwald. Als die Kinder klein waren, haben sie oft gefragt, wo man denn hin käme, würde man sich vor unserer Haustür in ein Boot setzen. Nach Rotterdam, habe ich geantwortet, an die Nordsee, dort wo ganz viel Fracht aus aller Welt in alle Welt verladen wird. Wir sahen das auf dem Atlas an, aber es war damals sehr abstrakt.  Die  Pfinz war aber immer spannend. Manchmal sehr voll mit milchkaffeefarbenem Wasser, wenn irgendwo ein Starkregen runtergegangen war, manchmal auch sehr seicht und eher muffig. Im Mai 2013 war sie einmal richtig über die Ufer getreten, daran erinnere ich mich gut. Aber weil die Pfinz nur so ein kurzes Gewässer ist, war der Spuk nach ein paar Stunden dann auch vorbei. 


In Kürze starten Schnuppi und ich nun auf eine Radtour und folgen dem Wasser. Von hier zum Rhein, dann den Rhein entlang bis zur Mündung in die Nordsee, weiter geht’s dann nach Amsterdam. Ich freue mich auf eine abwechslungsreiche Fahrt. Durch Rheinauen, durch urbane Räume am Rhein, sicher auch viel an Industrieanlagen vorbei.

Wenn man alleine reist, lernt man oft viele Leute kennen, wenn ich mit Hund und Hänger unterwegs bin, werde ich noch öfter angesprochen. Ich freue mich auf den Austausch. Meistens trifft man ja vor allem auf Leute aus der eigenen Bubble, oder es gibt zumindest große Schnittmengen. Das kann inspirierend sein- für beide Seiten. 

Ein Thema, was mich sehr bewegt, was mir Angst macht, ist der Klimawandel und das Artensterben und die aktuelle allgemeine Resignation die Themen betreffend. Die Regierung soll es richten, alleine kann ich ja doch nichts bewegen. Gut, wenn die Hälfte der Bevölkerung eigentlich gerne was bewegen will, aber alleine nichts zu können glaubt, dann wäre Vernetzung wohl eine gute Sache. Ich freue mich auf Austausch mit ähnlich Denkenden, aber auch mit anders Denkenden. Auf dem Rad, direkt in der Natur, ist man oft nah dran. Vielleicht hat der Rhein im August Niedrigwasser, vielleicht fahre ich durch Rheinauen mit nur toten Bäumen, ich hoffe mich erwischt kein Extremwetterereignis. 

Und auch wenn die Themen derzeit keine gute Lobby haben, man kann den Klimawandel und man kann auch das Artensterben nicht mehr leugnen. Und man kann sich dem ganzen auch nicht entziehen. Egal wie sehr man die Anzeichen ignoriert. Aber jeder kann was tun! Resignation hilft nicht. Vielleicht fragen mich eines Tages meine Enkelkinder, was ich getan habe, als völlig offensichtlich war, dass das 1,5 Grad Ziel so nicht zu erreichen ist?  Dass Arten ausgestorben sind und damit im komplexen ökologischen Gleichgewicht ein Zahnrädchen wegfällt? Ich möchte nicht "nichts" antworten. Gemeinsam kann man eben doch was bewegen, daher kommt der Antrieb für Engagememt in verschiedenen Gruppierungen. 

Zudem habe ich vor, auf meiner Tour Spenden zu sammeln für ein lokales Projekt des NABU. Dazu im nächsten Post die Fakten!


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